Dienstag, 30. Juli 2013

Urlaub - Fazit

Dänemark, vor dem Unwetter
Ein paar Tage sind nun bereits vergangen, seit wir in die heimischen Gefilde zurückgekehrt sind. Das Wetter ist beständig unbeständig, also war die Entscheidung, den Radurlaub abzubrechen vermutlich die bessere Idee. Schade ist es natürlich. Auf ein paar Tage mehr waren wir vorbereitet und hätten es auch gern noch sein können. Aber leider waren wir für schlechtes Wetter nicht ausreichend ausgerüstet.



Räder und Gepäck
Dennoch haben die Tage gereicht, um einen guten Überblick zu bekommen, was für einen Radurlaub alles nötig ist und wie man ihn am besten durch zieht. Da wir schon ziemlich spontan losgefahren sind, hatten wir natürlich auch nicht die passende Basis für diese Tour. Alles war ein bisschen willkürlich und provisorisch zusammengesammelt. So, dass wir selbst mehrere Tage brauchten, bis wir unser Gepäck so drapiert hatten, dass wir auch gemütlich fahren konnten. Wenn ich mir vorstelle, dass wir die kompletten Tage mit den Rucksäcken aufm Rücken gefahren wären, so wie in den ersten 3 Stunden.. wir wären spätestens am zweiten Tag gestorben. Aber wie heißt es doch so schön: learning by doing.



Rendsburg Kanal
Zu sagen, dass es ein entspannter Urlaub war, wäre natürlich gelogen. Es war schon recht anstrengend und teils auch belastend. Man hat Abends dann einfach nur noch das Zelt aufgebaut, sich vielleicht noch kurz mit den Nachbarn unterhalten und ist dann direkt weggepennt. Dennoch hat es sich mehr als gelohnt. Es macht unglaublich viel Spass, durch Ortschaften zu fahren. Und da man mit dem Rad unterwegs ist und sich die Umgebung besser anschauen kann, als es mit dem Auto möglich wäre, merkt man sich die Orte natürlich auch besser. Es gibt jetzt mindestens ein Dutzend Dörfer/Städte in denen ich mich bei meinem nächsten Besuch super zurecht finden würde. Eine klasse Sache, wie ich finde.

Als Radfernwegen und Campingplätzen trifft man natürlich auch auf andere Reisende. Der Austausch mit eben diesen Menschen ist auch ein großer Pluspunkt an dieser Tour. Wir haben Menschen verschiedenster Nationalitäten getroffen und sie haben natürlich ihre ganz eigenen Beweggründe und Erfahrungen mit ihrer Tour und die entstehenden Unterhaltungen sind immer spannend.

Punkt Drei ist natürlich die Natur. Frische Luft, Sonne, den ganzen Tag im freien - das ist etwas, dass man nicht jeden Tag hat. Noch weniger, wenn man in einer Großstadt wohnt und arbeitet. Da kann Hamburg noch so grün sein und Berlin noch so wunderbar.

Jetzt erst einmal zu unserer Tour im Allgemeinen. Folgende Streckenabschnitte sind wir gefahren:


        Hamburg - Bad Bramstedt // 60km - ca. 8h
        Bad Bramstedt - Osterrönfeld // 65km - ca. 6h
        Osterrönfeld - Flensburg // 85km - ca. 6h
        Flensburg - Sønderhav - Flensburg // 40km - ca. 4h

Die Wege des Ochsenwegs waren größtenteils gut befahrbare Radwege. Ab und an fuhr man auf Straßen, besonders in und um Städten oder Dörfern und selten gab es mal schlechte Weg - kam aber vor. Mein Mann hatte unsere Karte überm Lenker geschnallt, mit einem Karabiner, und die Richtung angewiesen (vielleicht haben wir uns deswegen verfahren, hehe). Besser wäre natürlich eine Lenkertasche mit Kartenfach.


Ochsenhörner in Neumünster
Natürlich muss man sich auch von irgendwas ernähren. Liebe und Luft reicht bei erhöhter körperlicher Anstrengung nun mal nicht aus. Wir haben eine Variante gewählt, welche nicht unbedingt kostengünstig ist. Undzwar haben wir dort gegessen, wo wir hunger hatten. Also lief es in der Regel auf fast food hinaus. Ich denke mal, wenn man die Tour gut plant, wenn man weiß, dass man Nachmittags oder abends auf dem und dem Campingplatz ist, lässt sich die Ernährung besser regeln. Man kann sich dann darauf einstellen, dass man einen Kochplatz hat und dementsprechend etwas zubereiten. Zudem hat man dann auch einen Ort um Stullen und Obst für den nächsten Tag vorzubereiten. In einer kleinen Gruppe könnte man dann sogar einen handlichen Grill oder Töpfe etc mitnehmen. Aber wenn man einfach drauf losfährt, muss man sich eben den Gegebenheiten anpassen.

Dementsprechend waren auch unsere Ausgaben:

Komplett: 252 €
Campingplätze: 35 €
Hotel: 77 €
Essen unterwegs: 40€
Einkäufe in diversen Kaufhallen: 60 €
Bahnticket: 40€

Campingplätze, zwei an der Zahl. Einmal 19 € und 16 €. Hotel versteht sich ja von selbst. Essen unterwegs waren dann so Zeug wie Döner, belegte Brötchen zum Frühstück oder mal ein Eis. Die Einkäufe in Supermärkten beschränken sich hauptsächlich auf Getränke, von denen wir Unmengen gekauft hatten, sowie Dinge wie Mini-Salami oder Kekse. Und das Bahnticket besteht auf jeweils ein Schleswig-Holstein Ticket und Fahrradticket pro Person. Da kommt dann schon so einiges zusammen.

Abschließend möchte ich euch noch mitgeben, dass ihr einen Radurlaub auf jeden fall einmal gemacht haben solltet. Die Eindrücke und Erfahrungen die ihr gewinnen werdet, sind den Aufwand mit Sicherheit wert! Ich rate euch aber auch, euch besser vorzubereiten als wir es getan haben. Man fährt nicht so mal eben nach Dänemark oder Frankreich oder Italien. Deswegen hier noch ein paar Tipps:
Wegweiser

  • Nicht auf die Wettervorhersage vertrauen -  Ihr wisst doch, dass man das sonst auch nicht kann.
  • trotzdem wärmere Klamotten mitnehmen
  • vernünftige Räder - keine 100€ Teile von real
  • richtige Satteltaschen fürs Rad
  • wetterfestes, stabiles und gemütliches Zelt
  • nicht nackig oder in Dessous in den Schlafsack, falls ihr nachts unerwartet raus müsst
  • für ausreichend Getränke sorgen - manchmal weiß man nicht, wo der nächste Supermarkt ist
  • sparsam mit dem Akku vom Handy umgehen - man hat nicht immer Strom
  • nicht die Sonnencreme vergessen und für Mädels evtl Hitzeschutz für die Haare (falls Sonne ;) 


Wir haben auch bereits eine Idee für den Radurlaub im nächsten Jahr ;)



Sonntag, 28. Juli 2013

Urlaub - Tag 4 + Nachtrag

Zu sehr später Stund, gibt es jetzt den Bericht von Tag 4.

Wir befinden uns in einer Ortschaft, welche uns auf unserer Tour bisher am meisten zusagt. Sehr gemütlich hier, groß und es ist sehr heimisch. Wir haben uns in einer Behausung niedergelassen, welche man schon als Wohnung bezeichnen kann. Die monatlichen Kosten sind erschwinglich und wir bleiben auch noch ein paar Jahre hier. Ihr habs sicher erraten: Wir sind wieder Zuhause.

Natürlich haben wir es bis nach Dänemark geschafft - von Flensburg war es ja nimmer weit. Allerdings rieten uns die einheimischen Dänen und Deutschen davon ab, uns mit unserem kleinen Zeltchen niederzulassen, da eine Unwetterwarung rausgegeben wurde. Wir zweifelten auch, dass es ein Unwetter überleben würde. Also sind wir nach Flensburg zurück und dann in den nächsten Zug.

Zurück mit dem Fahrrad war leider keine Option mehr, da wir es nicht rechtzeitig nach Haus geschafft hätten. Zudem bin ich etwas erkrankt. Oder eher medium übel. Wird sich morgen noch zeigen. Deswegen breche ich den Bericht auch hier ab, leg mich hin und vervollständige ihn morgen. Am Rechner und mit ordentlicher Formatierung.
Ebenfalls morgen, oder ggf übermorgen wird es auch ein paar abschließende Worte geben, Momente die mir persönlich am meisten gefielen, ein paar Statistiken etc.

Gute Nacht und angenehme Träume.

NACHTRAG//  28.07.2013

Und jetzt noch mal kurz etwas zu gestern.

Wir hatten - wie immer - unsere Tour gegen 12 Uhr fortgesetzt, nachdem wir ein paar Erledigungen getätigt hatten. Durch Flensburg selbst fuhr es sich ganz gut. Allerdings ist die Stadt ja auch nicht sonderlich groß (vermutlich habe ich durch Berlin und Hamburg aber auch einfach falsche Größenvorstellungen). Beschissen wurde die Strecke erst ab Flensburg (ebenso wie vor Flensburg), da es sehr viel bergauf und bergab ging. Wir fuhren immer an der Ostsee entlang, durch Wassersleben - wo es übrigens einen wunderschönen Badestrand gibt, den man sich mal ansehen sollte - und direkt durch den schrecklichen Wald in Kollund, was bereits auf dänischem Land liegt.

Auf diesem Pfad dient eine kleine Holzbrücke als Grenzübergang. So unauffällig, dass wir erst gar nicht gemerkt hatten, dass wir bereits in Dänemark waren. Wir fuhren bzw. schoben die Räder durch den Wald bis in die eigentliche Örtlichkeit Kollund und weiter bis nach Sønderhav, wo auch das Bild unten entstand. Der Strand war, wie alle Strände auf diesem Weg, sehr eklig. Man konnte nicht am Wasser entlang laufen ohne auf Vogelmist, Federn oder sonstigen Ekligkeiten zu treten. Außerdem schienen die Strände auch eher zum Gassigehen genutzt zu werden, als zum eigentlichen Baden. Ich weiß nicht, wie es in Dänemark mit Hundestrände aussieht, dahingehend habe ich mich noch nicht erkundigt, aber ich bin froh, dass es in Deutschland größtenteils nicht so abläuft.

Noch vor Ort wurde uns erzählt, dass sich eine Gewitterfront näherte und wir überlegten einen Moment, ob wir es trotzdem wagen unser Zeltchen aufzuschlagen - entschieden uns dann aber dagegen. Und diese Entscheidung würde sich später auch als richtig herausstellen. Wir packten unser Zeug und machten uns auf den Weg zurück nach Flensburg. Diesmal allerdings über die Landstraßen. Durch den Wald zurück war absolut keine Option. Nicht nur wegen der Bodenbeschaffenheit, sondern auch weil es dort einen guten Kilometer, in Schlangenlinien, bergauf bzw bergab ging. Grässlich. 10km vor der deutschen Grenze fing es dann heftig an zu schütten und wir wurden in kürzester Zeit komplett durchnässt. Es war nun kurz nach 19 Uhr.

Nach weiteren 40 Minuten und durch strömenden Regen, kamen wir dann am Bahnhof Flensburg an. Zur gleichen Zeit ließ natürlich auch der Regen nach. Wie sollte es auch anders sein. Wir mussten noch ein Stündchen warten, bis unser Regio kam und nutzten so die Zeit, um uns zu trocknen und umzuziehen. Und das war dann auch der Moment, in dem es anfing, mir schlecht zu gehen. Seltsamer Ausschlag, Kopfbrennen, Übelkeit und die nächsten 3 Stunden Bahnfahrt habe ich komplett durchgezittert. Erst als wir vom Bahnhof Tonndorf, in Hamburg, die 15 Minuten nach Hause geradelt sind, wurde es langsam besser. 

Wir dachten uns: jetzt nur noch fix unter die eigene Dusche und dann ab ins eigene Bett und Staffel 3 von Walking Dead beenden (solltet ihr übrigens unter allen Umständen gucken!). Tja, hat bei meinem Mann funktioniert. Ich lag allerdings noch bis halb 6 Uhr morgens wach, weil ich nicht schlafen konnte. Von Kopf bis Fuß hat meine ganze Haut gebrannt. Ich hatte das Gefühl, als würde ich jedem Moment Explodieren. Nach der Austin Powers Trilogie, hab ich es dann aber doch geschafft zu schlafen. Gegen 14 Uhr sind wir aufgewacht und was war? Nichts. Nicht ein mal Muskelkater oder sonstewas, was man ja nach so einer Tour erwarten könnte. Lediglich die Bremsenstiche zeugen vom Radurlaub. Naja und natürlich die "leichte" Hauttonveränderung. Würde ich zurzeit Makeup benutzen, bräuchte ich auf jedenfall ein dunkleres.

So hat nun also unsere Radtour ein abruptes Ende genommen. Da kann man nichts machen. Der Mensch ist der Mutter Natur halt noch immer machtlos ausgeliefert. Vorallem wenn man nur mit einem winzigen Zeltchen ausgerüstet ist und nicht mal wärmere Klamotten bei hat. Dennoch haben wir vor, noch öfter einen Radurlaub zu machen - mit eigenen Rädern und richtiger Ausrüstung - da die guten Erlebnisse und Erfahrungen den Widrigkeiten doch bei weitem überwiegen. Zudem ist es auch mal was anderes. Ins Flugzeug steigen und nach Mallorca fliegen kann ja jeder. Aber hier war eindeutig der Weg das Ziel. Und das nicht nur, weil das Ziel selbst enttäuschend war.

Und nun werde ich mich hinsetzen und mir was Schönes für einen Abschlussbericht für morgen überlegen.




Freitag, 26. Juli 2013

Urlaub - Tag 3

Mittlerweile hat man sich ans fahren gewöhnt. Die Schmerzen verschwinden und man hat mehr Spass an der Sache.

Unser Ziel war heute Sieverstedt und dort auf den Campingplatz. Humane 60kg fahren. Da wir uns ja die letzten Tage eher übernommen hatten mit unseren Vorstellungen, planten wir diesmal etwas realistischer. Nach Flensburg schaffen wir es niemals, dachten wir.

Als wir dann gegen 12 Uhr Mittags, nach voll ausgeschöpfter Aufenthaltszeit im Hotel und einem anschließen Frühstück beim örtlichen Bäcker, aus Osterrönfeld (kann mir den Namen immer noch nicht merken - aber Autokorrekt kennt ihn mittlerweile) abhauten, kamen wir so gut voran, dass wir recht schnell in Schleswig waren. Dort gab es viele Badestellen und wir überlegten, ob man eine davon nicht vielleicht aufsuchen sollte. Dann entdecken wir auf unserer Map, dass es rund 15km weiter, im kleinen Lürschau sogar einen Campingplatz an einem Badesee gab. Also ab aufs Rad und los ging's. Es geschah was kommen musste, wir verfuhren uns in Schleswig aufs schrecklichste, abseits des Ochsenwegs, trotz kleiner Ortschaft. Viele Stunden, inklusive Mittag, später - es war bereits 18 Uhr - kamen wir dann aber doch in Lürschau an. Natürlich nur um herrauszufinden, dass der ausgewählte Campingplatz nicht mehr existierte.. Schweinerei! Wo er doch aber im Ochsenwegführer steht! Gut, das Ding is von 2008, aber trotzdem..

Unsere Stimmung schwangte zwischen Zorn und Verzweiflung. Nach mehreren erfolglosen Telefonaten zu nähergelegenen Plätzen, erreichten wir dann endlich jemanden in Flensburg. Mittlerweile war es halb sieben und die Anmeldung macht um 21 Uhr zu. Wir zweifelten, ob wir es rechtzeitig dahin schaffen würden. Immerhin waren es nochmal gute 25km. Aber wir haben Gas gegeben. Und ich habe so übermütig mit der Gangschaltung hantiert, dass mir die Kette raus flog. Das kostete natürlich nochmal Zeit. Wir schafften es dann aber in anstrengenden zwei Stunden doch noch, dem Platz vor Schließung zu erreichen.

Den Namen des Campingplatze weiß ich grad nicht, aber er ist bedeutend größer als der in Bad Bramstedt. Dennoch günstiger. Liegt vielleicht aber auch daran, dass die Sanitären Anlagen nicht annährend so gepflegt werden wie in unserem vorherigen Örtchen. Unserer kleiner Platz und 2 x 5 Minuten duschen kosteten uns 16€. Geht also. Dafür kann man auch mit Gammelduschen Leben, die in keinster Weise mit dem Luxusbad im Hotelzimmer zu vergleichen sind.

Wir hausen wieder neben einem Holländer. Der Rest der Urlauber scheint aus Dänemark zu schein. Bisher habe ich auch noch niemanden deutsch sprechen hören.
Morgen geht's dann das kurze Stück nach Dänemark und an den Strand. So der Plan. Wir verfügen heute leider nicht über Strom, das heißt die Handys können nicht laden. Hoffentlich reicht dann der Akku, um morgen nochmal was schreiben zu können. Werdet ihr ja sehen. Alternativ sind wir natürlich entführt worden. Verschleppt und dann zur Sklaverei gezwungen. Sicher sind die duschen im Sklavenlager besser als die hier.. ich halte euch auf dem Laufenden. Bai bai und gute Nacht.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Urlaub - Tag 2

Österleckmeinsack, ist das Örtchen, indem wir uns heute niedergelassen haben. Benannt nach meinem Mann, da der eigentliche Ortsname, Osterrönfeld, einfach unmerkbar ist (ich musste eben selbst nochmal nachschauen). Und leider muss ich zugeben, dass wir erneut eine Regel gebrochen haben. Keine Hotels. Und wo sind wir? In einem Hotel. War nicht meine Idee. Und warum? Tjaa.. wir haben es nicht mehr zum nächsten Campingplatz geschafft. Ausserdem hat mein Herzblatt die letzte Nacht kaum geschlafen und ich gar nicht. Diese Geräusche in der Nacht.. einfach schrecklich. Es hatte geregnet, hörte auch gegen Mitternacht wieder auf. Da wir aber von Bäumen umzingelt waren, tropfte es noch bis zum frühen morgen von ihnen herab und es klang so, als würde jemand mit Flipflops ums Zelt laufen. Die. Ganze. Nacht. Es war also kein Schlaf in Sicht. Bequem hatte ich es, keine Frage, aber diese Geräuschkullisse..

Der Campingplatz an sich war zwar sehr klein (schätze ich - hab ja keine Vergleichsmöglichkeiten), dafür aber gefüllt mit unglaublichen netten und zuvorkommenden Menschen. Der Besitzer gab uns extra Stabilität und Regenschutz für unser Zeltchen. Ganz von selbst. Und mit unseren holländischen Nachbarn teilten wir uns einen Tisch und viele Gespräche.

Irgendwann gegen 9 Uhr morgens hab ich dann Tony geweckt und wir haben langsam, übermüdet, alles abgebaut. Dann ging es zu Famila, wieder mal, um dies und das zu besorgen. Hauptsächlich Getränke und einen neuen Fahrradkorb für das Rad vom Chocodemon. Seiner hatte leider gegen die Schwerkraft und dem Gewicht des Kampfrucksacks verloren.

Um 12Uhr ging's dann richtig weiter. Viel gibt's aber nicht zu berichten. Man fährt durchs eine Dorf, dann durchs andere. Dörfer die so klein waren, dass man das Ortsausgangsschild vom Ortseingangsschild aus bereits sehen konnte. Und ganz viele Kühe. Und noch viel mehr freundliche Menschen. Je kleiner der Ort desto freundlicher, scheint es mir. Da bleibt man hier und da auch für ein Schwätzchen stehen.

Auf dem Weg selbst, gab es keine Schwierigkeiten. Kein Verfahren, das Wetter war human und die Strecken sehr schön. Vorallem an Felder vorbei. Eine leere Straße, keine Autos oder Menschen, die Hitze wellt sich über dem Asphalt und zig Grillen zirpen.

Mittag machten wir in Nortorf (oder so) gegen 16.30 Uhr. Hier planten wir auch, wie weit wir es noch schaffen und wo wir übernachten. Das wir nicht mehr nach Schleswig konnen, war schnell klar, deswegen meinte mein Herzblatt, dass ein Hotel ne super Idee sei. Ich würde lügen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich dagegen war. Deswegen sollte er entschieden. Und da sind wir nun. In Osterdingenskirchen, in einem 3-Sterne Hotel. Einem unglaublichen schönen 3-Sterne Hotel für unglaublich viele Euros. 77 Stück. Und Gummibärchen auf den Kissen. Und warm Wasser. Und Assi-TV im Fernsehen. Also alldieDinge, auf die wir eigentlich verzichten wollten.

Körperlich geht's uns grenzwertig. Jeder hat so seine Wehwehchen. Bei ihm der Popo, bei mir eher Handgelenke. Dennoch sind wir heute, vom Gefühl her, besser gefahren als gestern. Ungefähr 65km in 6h Fahrzeit. Wären wir eher los gefahren, hätten wir es sicher auch weiter geschafft. Hätte hätte, Fahrradkette.

Achja, und mir fiel eben auf, als ich zum ersten mal seit Start heute, in den Spiegel geguckt habe, auf, dass ich vergessen habe das Sonnenspray zu benutzen. Jetz seh ich aus wie ein Marienkäfer. Nur ohne Punkte. Vielleicht sollte ich da morgen dran denken.
Dann wünsche ich euch noch einen angenahmen Abend. Unseren verbringen wir mit dem Zimmerservice und Frauentausch. Gute Nacht und bis morgen.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Urlaub - Tag 1

Ich habe mich beim pinkeln in Giftefeu gesetzt! Nein, natürlich nicht. Ich brauchte nur ein gutes Opening (keine Angst, Mama, mir geht's gut <3)

Sooo, wo soll ich anfangen? Wir sind leider von rechten Weg abgekommen. Ja, es tut mir leid, aber nach 9 Stunden in 30 Grad haben wir von Lentförden dann einfach den direkten Weg nach Bad Bramstedt genommen. Unsere Nahrungsvorräte neigten sich dem Ende zu und da wir in Lentschießmichtot keine Kaufhalle gefunden haben, sind wir halt die 5km Landstraße gefahren anstatt den Ochsenweg. Schande über unser Haupt.

Wir befinden uns nun im beschaulichen Bad Bramstedt. Ungefähre Einwohnerzahl: 45. Neh, is schon ein wenig größer. Aber trotzdem klein. Wir haben uns auf dem Campingplatz Roland niedergelassen für 19€ die Nacht. Ist recht teuer, dafür ist aber duschen, Wasser und Strom für die Handys inbegriffen. Dafür zahlt man auf anderen Plätzen gut und genere noch ein paar Euros drauf. Klein aber fein, ist es hier. Als wir ankamen, waren wir auch ein kleines Highlight auf dem Platz - zwei so junge Leute in so einem kleinen Zelt, sieht man hier anscheint nicht so häufig. Wir haben auch direkt Bank und Tisch neben dem Stromkasten besetzt.

Wenn ihr jetzt auf die Karte schaut, werdet ihr sehen, dass wir eigentlich gar nicht so weit gekommen sind. Das haben wir natürlich auch bemerkt. Geplant war, dass wir heute mindestens bis Nortorf kommen, um uns da auf den Campingplatz mit Badesee einnisten, aber wie das halt so ist. Es läuft nie nach Plan. Vorallem das Wetter machte uns recht schnell müde. Zudem haben wir zugegebenermaßen nicht gleich den richtigen Weg gefunden.
Besonders schlimm war die Strecke von Zuhause (Hamburg, Jenfeld) nach Langeln, wo wir dann an den Ochsenweg angeschlossen haben. Wir sind komplett durch Hamburg und dann Norderstedt gefahren (und haben dann noch die liebe Johanna bei famila besucht ;). Schrecklich, kann ich nur sagen. Auf Google Maps sollte man, was Radwege angeht, nur im Notfall zurückgreifen. Es schickte uns die seltsamsten Wege entlang. Wege die so schmal und verwuchert waren, dass man das Rad schieben musste... 

Die Strecke sollte, laut Google, 2h 15min dauern. Wir brauchten gut 2h mehr. 3h nach Fahrantritt waren wir erst in Norderstedt beispielsweise. Natürlich geht Google aber auch davon aus, dass man sich nicht verfährt.


Ein weiterer Grund, warum wir nach 9h erst in Bad Bramstedt sind, ist auch, dass wir 40km gebraucht haben, um zu checken, dass wir unsere riesigen Rucksäcke auch einfach quer auf den Fahrradkorb schnallen konnten... naja, jetzt sind wir schlauer ;)
Andere Probleme traten auch auf. Anders als geplant - wie sollte es auch sein - haben wir nicht unendlich Zeit. Wir müssten spätestens Montag wieder zuhause sein. Aus Gründen. Und bei unserem derzeitigen Tempo sieht es schlecht aus mit dem ganzen Weg... deswegen stecken wir derzeit auch in verschiedene Überlegungen, die ich jetzt aber noch nicht näherer erläutern werde.

Und nicht zu unterschätzen ist natürlich auch das Unwetter, welches uns irgendwo garantiert ereilen wird. Schaun wa ma.

Jetzt werden wir uns erstmal mit unseren Seniorennachbarn anfreunden. Kann ja nie schaden ;) Und die nächste Eisdiele aufsuchen. Ich wünsche euch noch einen schönen, sonnigen Abend und vielen Dank für die guten Zusprüche und das Verfolgen unserer Tour :)

Dienstag, 23. Juli 2013

Urlaub - Vorbereitungen

Es geht in die Endphase - was die Vorbereitungen angeht. Morgen früh sind wir bereits auf dem Weg nach Dänemark und heute muss noch allerhand geplant werden. Obwohl. Eigentlich gar nicht mehr so viel. Die Route und packen. 

Quelle: Amazon.de
Für die Route haben wir uns eigens eine 1 : 75000 Karte + Guide geleistet. Dort findet man nicht nur die Tour, sondern auch Geschichte und Landeskunde zu den einzelnen Abschnitten - immerhin ist dies ja auch ein geschichtsträchtiger Weg. Auch sehr hilfreich sind die Markierungen der Campingplätze und Fahrradreparaturen  falls wir solche in Anspruch nehmen sollten. Man weiß ja nie. Geplant war eigentlich, dass wir Wildzelten, aber das ist in Deutschland leider nicht so leicht. Das kann schnell nach hinten losgehen und falls man dann keinen freundlichen Bauern findet, der einem ein Platz auf dem Land leiht, haben wir zumindest das Verzeichnis der Campingplätze zur Hand. Hierzu habe ich mir auch bereits die Preise rausgeschrieben. In Dänemark wird es dann zum Glück leichter. Dort ist das sogenannte "fri teltning" in immer mehr Wald- und Wiesenstücken erlaubt. Natürlich habe ich mir auch hierzu schon Informationen besorgt. Bei unserem Glück würden wir sonst genau auf dem einen Platz landen, wo es verboten ist.

Zu Anfang hatte ich mir eine Checkliste (anhand von vielen Checklisten) erstellt. Dabei habe ich die ständige Fragerei meines Mann, wozu das denn nötig wäre, einfach mal ignoriert. Er brauch sowas natürlich nicht - als Mann. Oder eher als Soldat. Im Prinzip hat er ja seine Ausrüstung auch schon komplett. Mehrmals musste ich ihn daran erinnern, dass wir kein Biwak machen. Ich habe also unbeirrt meine Checkliste vervollständigt:


  • Fahrräder / Fahrradschloss /Luftpumpe
  • Zelt / Zeltzeug
  • Schlafsäcke
  • Isomatten
  • Karte
  • Regenschirm / Regenjacken
  • Taschenlampen /Kerzen
  • Geschirr / Besteck (evtl Plastik)
  • Dosenöffner
  • Geschirrtücher / Lappen
  • Handtücher
  • Duschgel / Shampoo
  • Zahnbüstes / Zahnpasta
  • Deo
  • Büste
  • Toilettenpapier
  • Sonnenspray / Hitzeschutz
  • Taschentücher
  • Wäschebeutel / Müllsäcke
  • Klamotten
  • Reiseapotheke
  • Feuerzeug / Anzünder
  • Kamera / Batterien
  • Wecker
  • Gesellschaftsspiele / Buch 

Wir mussten uns den Großteil leihen. Zwar habe ich ein Fahrrad, bezweifle aber, dass es taugt, um mehrere Hundert Kilometer zu fahren. Geliehen haben wir sie uns von Sir Chocodemon und der lieben Mandy. Dabei hab ich leider den kürzeren gezogen, da Mandy noch ein Stück kleiner ist als ich und ihr Fahrrad dementsprechend klein ist. Dennoch definitiv besser als das Teil was unbenutzt im Keller steht. Zelte, Schlafsäcke etc. gabs vom Schwiegervater gesponsert und den Rest hatten wir tatsächlich selbst bereits im Besitzt. 

Jetzt, da die Vorbereitungen quasi abgeschlossen sind und wir uns mental auf morgen vorbereiten, muss ich zugeben, dass es bei weitem doch mehr Aufwand war, als ich gedacht hatte - natürlich kann das aber auch an meiner medium ausgeprägten Kontrollsucht liegen. 

Montag, 22. Juli 2013

Urlaub - Idee und Theorie

Mit dem Rad von Hamburg nach Dänemark und zurück. Klingt aufwendig, vielleicht sogar anstrengend. Wird es sicher auch. Da brauchen wir uns nichts vormachen, supersportlich bin ich nun mal nicht und hin und wieder Laufen, Workout oder Skaten gibt mir jetzt auch nicht die Ausdauer, die ausreicht, um die rund 1000km mal eben abzufahren. Schon gar nicht bei sommerlichen 30 Grad und vollbepackt. Hinzu kommt natürlich noch, dass wir uns Abends nicht in ein gemütliches Hotel zurückziehen, wie es die meisten Radreisenden machen, sondern in einem mehr oder weniger gemütlichen Schlafsack kuscheln .. in einem winzigen 2-Mann-Zelt .. in der Natur .. voll mit Insekten. Unglaublich eigentlich, dass es meine Idee war und nicht seine. Was hab ich mir da nur aufgebrummt. Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass wir das schaffen und großen Spass mit unserem Abenteuerurlaub haben werden. 

Auf die Idee bin ich gekommen, weil ich an diesem schönen, sonnigen Wochenende gern wieder an den Strand wollte. Ob Ostsee oder Nordsee ist dabei relativ egal, da die Anfahrtszeiten sich nicht groß unterscheiden würden. Allerdings bei dem Gedanken, bei 30 Grad Stunden im Stau zu stehen, ließ ich dann auch wieder schnell ab vor Überlegung. Ich würde verbrennen, eh wir ankommen würden. Dann kam ich auf die Idee mal zu schauen, wielange die Strecke mit dem Rad dauert würde - unabhängig davon, dass wir keine Fahrräder besitzen. 5 Stunden. 5 Stunden? Klingt ja eigentlich nicht viel. Immerhin sind wir ja auch schon 4 Stunden mit Inliner durch die Seitenstraßen Billstedts gekurvt. Allerdings ... 5 Stunden hin und Abends dann wieder 5 Stunden zurück ... da würde ja nicht mehr viel tatsächlicher Aufenthalt am Strand bleiben. Dann fiel mir ein, dass es Radfernwege gibt. Ich hatte mal im RBB, bei meinen Eltern, gesehen, wie Michael Kessler mit Rad von Kopenhagen nach Berlin fuhr (-> Info dazu). Gegooglet, gefunden! Der Ochsenweg sollte es also sein!
Bildinhaber: Bärbel Meisner

Soweit so gut. Der Weg war gefunden, der Mann begeistert - es konnte losgeplant werden! Starten werden wir an diesem Mittwoch. Bis auf die nötige Ausrüstung, wie Fahrräder, Zelt, Schlafsäcke, Karte etc., fahren wir eigentlich relativ willkürlich los. Wir werden uns natürlich an die Strecke des Ochsenwegs halten, aber Dinge wie Campingort oder Essensaufnahme passiert alles spontan. Je nach gegebenen Umständen. Vermutlich wird das die größte Hürde die es für mich zu bewältigen gibt. Ich bin ein Mensch, der gerne plant - zumindest was solche Aktionen angeht. Ich möchte immer wissen wann und wo ich sein werde, damit ich mich darauf einstellen kann. Das ist nun aber nicht so ganz möglich. Es bleibt abzuwarten wie sich das kleine Abenteuer entwickelt. Ich bin zumindest gespannt und freu mich drauf.

Sonntag, 21. Juli 2013

Der Start

Jung, dynamisch und naiv., ist die Antwort von Klara, als ihr vorgeworfen wurde, dass sie kein Plan von ihrem Leben hätte. Und so war es damals auch. Auf eine Schwänzer-Schule gesteckt und wegen Diebstahls zu Sozialstunden verdonnert, sieht es für Klara nicht rosig aus.

2007 erlebte der Film Prinzessinnenbad einen Überraschungserfolg. Erst auf der Berlinale und dann auch in den Kinos. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm von Bettina Blümner, welcher das Erwachsenwerden von drei 15-jährigen Mädchen in Berlin Kreuzberg zwischen Schule, Cafes, Prinzenbad, Familie und Beziehungen zeigt.

Aus den Mädchen sind junge Frauen geworden. Sie sind spießiger, vorsichtiger und reifer geworden. Nicht zuletzt wegen des Filmes. Mina hat ihr Abitur mit 1,5 abgeschlossen und befindet sich derzeit fest in der Tourismus Branche. Tanutscha hat, wie geplant, eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht und arbeitet viel. Und Klara finanziert ihren Lebensunterhalt und ihre Wohnung mit der Arbeit in dem Cafe, in welchem sie auch bereits im Film arbeitete. So verloren sie teilweise schienen, sie haben es dennoch ins Erwachsenendasein geschafft.

Dieser Schritt der Selbstfindung lässt sich mit jung, dynamisch und naiv sehr gut beschreiben und trifft für mich wohl auch heute noch zu. Für die, die mich persönlich kennen: Nicht falsch verstehen. Privat habe ich mich und mein Glück schon längst gefunden. Was ich jedoch noch suche, ist eine berufliche Erfüllung.

Es liegt entweder daran, dass ich zu wenig Interessen oder daran, dass ich zu viele Interessen habe. Beides. Oder eher das meinte Interessen in Bereichen liegen, welche sich beruflich nicht dahingehend umsetzen lassen, um eine Familie planen zu können. Finanziell. Das ist, meiner Meinung nach, nämlich nicht nur Aufgabe des Mannes. Schon garnicht heutzutage wo alles immer teurer wird und man aber dennoch einen gewissen Lebensstandard halten möchte. Zudem würde ich verrückt werden als Hausfrau. Den ganzen Tag zuhaus bleiben, putzen, kochen, Vormittagsfernsehen.. es mag zwar für eine Weile ganz nett sein, aber nicht für immer.

Mein Sprachstudium war keine falsche Wahl. Definitiv nicht. Es hat mich in diese Stadt und zu diesem Mann gebracht (unter anderem. Es gab noch andere liebenswerte Faktoren <3). Aber mir ist klar geworden, dass es für meine Zukunft keine ausreichende Basis bietet bzw es zu ungenau ist, wohin mich der Weg führt.

Ich brauche etwas festes, etwas sicheres. Deswegen habe ich mich relativ spontan umorientiert. Neue Wege, neue Erfahrungen. Ob das der beste Weg ist? Das wird sich zeigen. So oder so weiß ich aber, dass ich es nicht allein durchstehen muss, egal ob ich damit ans Ziel komme oder es letztendlich schief geht.

Jung, zumindest noch ein paar Jahre. Dynamisch mehr denn je. Naiv sind wir doch alle in verschiedenster Hinsicht.