Sonntag, 21. Juli 2013

Der Start

Jung, dynamisch und naiv., ist die Antwort von Klara, als ihr vorgeworfen wurde, dass sie kein Plan von ihrem Leben hätte. Und so war es damals auch. Auf eine Schwänzer-Schule gesteckt und wegen Diebstahls zu Sozialstunden verdonnert, sieht es für Klara nicht rosig aus.

2007 erlebte der Film Prinzessinnenbad einen Überraschungserfolg. Erst auf der Berlinale und dann auch in den Kinos. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm von Bettina Blümner, welcher das Erwachsenwerden von drei 15-jährigen Mädchen in Berlin Kreuzberg zwischen Schule, Cafes, Prinzenbad, Familie und Beziehungen zeigt.

Aus den Mädchen sind junge Frauen geworden. Sie sind spießiger, vorsichtiger und reifer geworden. Nicht zuletzt wegen des Filmes. Mina hat ihr Abitur mit 1,5 abgeschlossen und befindet sich derzeit fest in der Tourismus Branche. Tanutscha hat, wie geplant, eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht und arbeitet viel. Und Klara finanziert ihren Lebensunterhalt und ihre Wohnung mit der Arbeit in dem Cafe, in welchem sie auch bereits im Film arbeitete. So verloren sie teilweise schienen, sie haben es dennoch ins Erwachsenendasein geschafft.

Dieser Schritt der Selbstfindung lässt sich mit jung, dynamisch und naiv sehr gut beschreiben und trifft für mich wohl auch heute noch zu. Für die, die mich persönlich kennen: Nicht falsch verstehen. Privat habe ich mich und mein Glück schon längst gefunden. Was ich jedoch noch suche, ist eine berufliche Erfüllung.

Es liegt entweder daran, dass ich zu wenig Interessen oder daran, dass ich zu viele Interessen habe. Beides. Oder eher das meinte Interessen in Bereichen liegen, welche sich beruflich nicht dahingehend umsetzen lassen, um eine Familie planen zu können. Finanziell. Das ist, meiner Meinung nach, nämlich nicht nur Aufgabe des Mannes. Schon garnicht heutzutage wo alles immer teurer wird und man aber dennoch einen gewissen Lebensstandard halten möchte. Zudem würde ich verrückt werden als Hausfrau. Den ganzen Tag zuhaus bleiben, putzen, kochen, Vormittagsfernsehen.. es mag zwar für eine Weile ganz nett sein, aber nicht für immer.

Mein Sprachstudium war keine falsche Wahl. Definitiv nicht. Es hat mich in diese Stadt und zu diesem Mann gebracht (unter anderem. Es gab noch andere liebenswerte Faktoren <3). Aber mir ist klar geworden, dass es für meine Zukunft keine ausreichende Basis bietet bzw es zu ungenau ist, wohin mich der Weg führt.

Ich brauche etwas festes, etwas sicheres. Deswegen habe ich mich relativ spontan umorientiert. Neue Wege, neue Erfahrungen. Ob das der beste Weg ist? Das wird sich zeigen. So oder so weiß ich aber, dass ich es nicht allein durchstehen muss, egal ob ich damit ans Ziel komme oder es letztendlich schief geht.

Jung, zumindest noch ein paar Jahre. Dynamisch mehr denn je. Naiv sind wir doch alle in verschiedenster Hinsicht.