Dienstag, 30. Juli 2013

Urlaub - Fazit

Dänemark, vor dem Unwetter
Ein paar Tage sind nun bereits vergangen, seit wir in die heimischen Gefilde zurückgekehrt sind. Das Wetter ist beständig unbeständig, also war die Entscheidung, den Radurlaub abzubrechen vermutlich die bessere Idee. Schade ist es natürlich. Auf ein paar Tage mehr waren wir vorbereitet und hätten es auch gern noch sein können. Aber leider waren wir für schlechtes Wetter nicht ausreichend ausgerüstet.



Räder und Gepäck
Dennoch haben die Tage gereicht, um einen guten Überblick zu bekommen, was für einen Radurlaub alles nötig ist und wie man ihn am besten durch zieht. Da wir schon ziemlich spontan losgefahren sind, hatten wir natürlich auch nicht die passende Basis für diese Tour. Alles war ein bisschen willkürlich und provisorisch zusammengesammelt. So, dass wir selbst mehrere Tage brauchten, bis wir unser Gepäck so drapiert hatten, dass wir auch gemütlich fahren konnten. Wenn ich mir vorstelle, dass wir die kompletten Tage mit den Rucksäcken aufm Rücken gefahren wären, so wie in den ersten 3 Stunden.. wir wären spätestens am zweiten Tag gestorben. Aber wie heißt es doch so schön: learning by doing.



Rendsburg Kanal
Zu sagen, dass es ein entspannter Urlaub war, wäre natürlich gelogen. Es war schon recht anstrengend und teils auch belastend. Man hat Abends dann einfach nur noch das Zelt aufgebaut, sich vielleicht noch kurz mit den Nachbarn unterhalten und ist dann direkt weggepennt. Dennoch hat es sich mehr als gelohnt. Es macht unglaublich viel Spass, durch Ortschaften zu fahren. Und da man mit dem Rad unterwegs ist und sich die Umgebung besser anschauen kann, als es mit dem Auto möglich wäre, merkt man sich die Orte natürlich auch besser. Es gibt jetzt mindestens ein Dutzend Dörfer/Städte in denen ich mich bei meinem nächsten Besuch super zurecht finden würde. Eine klasse Sache, wie ich finde.

Als Radfernwegen und Campingplätzen trifft man natürlich auch auf andere Reisende. Der Austausch mit eben diesen Menschen ist auch ein großer Pluspunkt an dieser Tour. Wir haben Menschen verschiedenster Nationalitäten getroffen und sie haben natürlich ihre ganz eigenen Beweggründe und Erfahrungen mit ihrer Tour und die entstehenden Unterhaltungen sind immer spannend.

Punkt Drei ist natürlich die Natur. Frische Luft, Sonne, den ganzen Tag im freien - das ist etwas, dass man nicht jeden Tag hat. Noch weniger, wenn man in einer Großstadt wohnt und arbeitet. Da kann Hamburg noch so grün sein und Berlin noch so wunderbar.

Jetzt erst einmal zu unserer Tour im Allgemeinen. Folgende Streckenabschnitte sind wir gefahren:


        Hamburg - Bad Bramstedt // 60km - ca. 8h
        Bad Bramstedt - Osterrönfeld // 65km - ca. 6h
        Osterrönfeld - Flensburg // 85km - ca. 6h
        Flensburg - Sønderhav - Flensburg // 40km - ca. 4h

Die Wege des Ochsenwegs waren größtenteils gut befahrbare Radwege. Ab und an fuhr man auf Straßen, besonders in und um Städten oder Dörfern und selten gab es mal schlechte Weg - kam aber vor. Mein Mann hatte unsere Karte überm Lenker geschnallt, mit einem Karabiner, und die Richtung angewiesen (vielleicht haben wir uns deswegen verfahren, hehe). Besser wäre natürlich eine Lenkertasche mit Kartenfach.


Ochsenhörner in Neumünster
Natürlich muss man sich auch von irgendwas ernähren. Liebe und Luft reicht bei erhöhter körperlicher Anstrengung nun mal nicht aus. Wir haben eine Variante gewählt, welche nicht unbedingt kostengünstig ist. Undzwar haben wir dort gegessen, wo wir hunger hatten. Also lief es in der Regel auf fast food hinaus. Ich denke mal, wenn man die Tour gut plant, wenn man weiß, dass man Nachmittags oder abends auf dem und dem Campingplatz ist, lässt sich die Ernährung besser regeln. Man kann sich dann darauf einstellen, dass man einen Kochplatz hat und dementsprechend etwas zubereiten. Zudem hat man dann auch einen Ort um Stullen und Obst für den nächsten Tag vorzubereiten. In einer kleinen Gruppe könnte man dann sogar einen handlichen Grill oder Töpfe etc mitnehmen. Aber wenn man einfach drauf losfährt, muss man sich eben den Gegebenheiten anpassen.

Dementsprechend waren auch unsere Ausgaben:

Komplett: 252 €
Campingplätze: 35 €
Hotel: 77 €
Essen unterwegs: 40€
Einkäufe in diversen Kaufhallen: 60 €
Bahnticket: 40€

Campingplätze, zwei an der Zahl. Einmal 19 € und 16 €. Hotel versteht sich ja von selbst. Essen unterwegs waren dann so Zeug wie Döner, belegte Brötchen zum Frühstück oder mal ein Eis. Die Einkäufe in Supermärkten beschränken sich hauptsächlich auf Getränke, von denen wir Unmengen gekauft hatten, sowie Dinge wie Mini-Salami oder Kekse. Und das Bahnticket besteht auf jeweils ein Schleswig-Holstein Ticket und Fahrradticket pro Person. Da kommt dann schon so einiges zusammen.

Abschließend möchte ich euch noch mitgeben, dass ihr einen Radurlaub auf jeden fall einmal gemacht haben solltet. Die Eindrücke und Erfahrungen die ihr gewinnen werdet, sind den Aufwand mit Sicherheit wert! Ich rate euch aber auch, euch besser vorzubereiten als wir es getan haben. Man fährt nicht so mal eben nach Dänemark oder Frankreich oder Italien. Deswegen hier noch ein paar Tipps:
Wegweiser

  • Nicht auf die Wettervorhersage vertrauen -  Ihr wisst doch, dass man das sonst auch nicht kann.
  • trotzdem wärmere Klamotten mitnehmen
  • vernünftige Räder - keine 100€ Teile von real
  • richtige Satteltaschen fürs Rad
  • wetterfestes, stabiles und gemütliches Zelt
  • nicht nackig oder in Dessous in den Schlafsack, falls ihr nachts unerwartet raus müsst
  • für ausreichend Getränke sorgen - manchmal weiß man nicht, wo der nächste Supermarkt ist
  • sparsam mit dem Akku vom Handy umgehen - man hat nicht immer Strom
  • nicht die Sonnencreme vergessen und für Mädels evtl Hitzeschutz für die Haare (falls Sonne ;) 


Wir haben auch bereits eine Idee für den Radurlaub im nächsten Jahr ;)