Sonntag, 28. Juli 2013

Urlaub - Tag 4 + Nachtrag

Zu sehr später Stund, gibt es jetzt den Bericht von Tag 4.

Wir befinden uns in einer Ortschaft, welche uns auf unserer Tour bisher am meisten zusagt. Sehr gemütlich hier, groß und es ist sehr heimisch. Wir haben uns in einer Behausung niedergelassen, welche man schon als Wohnung bezeichnen kann. Die monatlichen Kosten sind erschwinglich und wir bleiben auch noch ein paar Jahre hier. Ihr habs sicher erraten: Wir sind wieder Zuhause.

Natürlich haben wir es bis nach Dänemark geschafft - von Flensburg war es ja nimmer weit. Allerdings rieten uns die einheimischen Dänen und Deutschen davon ab, uns mit unserem kleinen Zeltchen niederzulassen, da eine Unwetterwarung rausgegeben wurde. Wir zweifelten auch, dass es ein Unwetter überleben würde. Also sind wir nach Flensburg zurück und dann in den nächsten Zug.

Zurück mit dem Fahrrad war leider keine Option mehr, da wir es nicht rechtzeitig nach Haus geschafft hätten. Zudem bin ich etwas erkrankt. Oder eher medium übel. Wird sich morgen noch zeigen. Deswegen breche ich den Bericht auch hier ab, leg mich hin und vervollständige ihn morgen. Am Rechner und mit ordentlicher Formatierung.
Ebenfalls morgen, oder ggf übermorgen wird es auch ein paar abschließende Worte geben, Momente die mir persönlich am meisten gefielen, ein paar Statistiken etc.

Gute Nacht und angenehme Träume.

NACHTRAG//  28.07.2013

Und jetzt noch mal kurz etwas zu gestern.

Wir hatten - wie immer - unsere Tour gegen 12 Uhr fortgesetzt, nachdem wir ein paar Erledigungen getätigt hatten. Durch Flensburg selbst fuhr es sich ganz gut. Allerdings ist die Stadt ja auch nicht sonderlich groß (vermutlich habe ich durch Berlin und Hamburg aber auch einfach falsche Größenvorstellungen). Beschissen wurde die Strecke erst ab Flensburg (ebenso wie vor Flensburg), da es sehr viel bergauf und bergab ging. Wir fuhren immer an der Ostsee entlang, durch Wassersleben - wo es übrigens einen wunderschönen Badestrand gibt, den man sich mal ansehen sollte - und direkt durch den schrecklichen Wald in Kollund, was bereits auf dänischem Land liegt.

Auf diesem Pfad dient eine kleine Holzbrücke als Grenzübergang. So unauffällig, dass wir erst gar nicht gemerkt hatten, dass wir bereits in Dänemark waren. Wir fuhren bzw. schoben die Räder durch den Wald bis in die eigentliche Örtlichkeit Kollund und weiter bis nach Sønderhav, wo auch das Bild unten entstand. Der Strand war, wie alle Strände auf diesem Weg, sehr eklig. Man konnte nicht am Wasser entlang laufen ohne auf Vogelmist, Federn oder sonstigen Ekligkeiten zu treten. Außerdem schienen die Strände auch eher zum Gassigehen genutzt zu werden, als zum eigentlichen Baden. Ich weiß nicht, wie es in Dänemark mit Hundestrände aussieht, dahingehend habe ich mich noch nicht erkundigt, aber ich bin froh, dass es in Deutschland größtenteils nicht so abläuft.

Noch vor Ort wurde uns erzählt, dass sich eine Gewitterfront näherte und wir überlegten einen Moment, ob wir es trotzdem wagen unser Zeltchen aufzuschlagen - entschieden uns dann aber dagegen. Und diese Entscheidung würde sich später auch als richtig herausstellen. Wir packten unser Zeug und machten uns auf den Weg zurück nach Flensburg. Diesmal allerdings über die Landstraßen. Durch den Wald zurück war absolut keine Option. Nicht nur wegen der Bodenbeschaffenheit, sondern auch weil es dort einen guten Kilometer, in Schlangenlinien, bergauf bzw bergab ging. Grässlich. 10km vor der deutschen Grenze fing es dann heftig an zu schütten und wir wurden in kürzester Zeit komplett durchnässt. Es war nun kurz nach 19 Uhr.

Nach weiteren 40 Minuten und durch strömenden Regen, kamen wir dann am Bahnhof Flensburg an. Zur gleichen Zeit ließ natürlich auch der Regen nach. Wie sollte es auch anders sein. Wir mussten noch ein Stündchen warten, bis unser Regio kam und nutzten so die Zeit, um uns zu trocknen und umzuziehen. Und das war dann auch der Moment, in dem es anfing, mir schlecht zu gehen. Seltsamer Ausschlag, Kopfbrennen, Übelkeit und die nächsten 3 Stunden Bahnfahrt habe ich komplett durchgezittert. Erst als wir vom Bahnhof Tonndorf, in Hamburg, die 15 Minuten nach Hause geradelt sind, wurde es langsam besser. 

Wir dachten uns: jetzt nur noch fix unter die eigene Dusche und dann ab ins eigene Bett und Staffel 3 von Walking Dead beenden (solltet ihr übrigens unter allen Umständen gucken!). Tja, hat bei meinem Mann funktioniert. Ich lag allerdings noch bis halb 6 Uhr morgens wach, weil ich nicht schlafen konnte. Von Kopf bis Fuß hat meine ganze Haut gebrannt. Ich hatte das Gefühl, als würde ich jedem Moment Explodieren. Nach der Austin Powers Trilogie, hab ich es dann aber doch geschafft zu schlafen. Gegen 14 Uhr sind wir aufgewacht und was war? Nichts. Nicht ein mal Muskelkater oder sonstewas, was man ja nach so einer Tour erwarten könnte. Lediglich die Bremsenstiche zeugen vom Radurlaub. Naja und natürlich die "leichte" Hauttonveränderung. Würde ich zurzeit Makeup benutzen, bräuchte ich auf jedenfall ein dunkleres.

So hat nun also unsere Radtour ein abruptes Ende genommen. Da kann man nichts machen. Der Mensch ist der Mutter Natur halt noch immer machtlos ausgeliefert. Vorallem wenn man nur mit einem winzigen Zeltchen ausgerüstet ist und nicht mal wärmere Klamotten bei hat. Dennoch haben wir vor, noch öfter einen Radurlaub zu machen - mit eigenen Rädern und richtiger Ausrüstung - da die guten Erlebnisse und Erfahrungen den Widrigkeiten doch bei weitem überwiegen. Zudem ist es auch mal was anderes. Ins Flugzeug steigen und nach Mallorca fliegen kann ja jeder. Aber hier war eindeutig der Weg das Ziel. Und das nicht nur, weil das Ziel selbst enttäuschend war.

Und nun werde ich mich hinsetzen und mir was Schönes für einen Abschlussbericht für morgen überlegen.